Sinarian Wicca

Sinas Gedanken zu Sinarian Wicca

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November 4th, 2014 Posted 0:59

Liebe Brüder und Schwestern, liebe Leserinnen und Leser!
Der folgende Artikel entstand sehr spontan und ungeplant. Dieses Mal erzählen ich etwas über mich, bzw. meinem Amt als Hohepriesterin dieser Gruppe und des Vereins. Es ist mir ein Anliegen, mit einigen Mythen und Halbwahrheiten aufzuräumen.

Hohepriesterin zu sein – wobei ich mich selbst kaum so nenne – bedeutet in erster Linie, viel organisatorische Arbeit. Beinahe jeden Tag arbeite ich an neuen Artikeln, schreibe an Ritualen oder plane kommende Vereinstreffen. Ich überlege mir, wie ich den Verein präsentieren kann, mache Behördengänge oder die Buchhaltung. Sprich eigentlich Arbeiten, die für die Meisten unsichtbar ist oder als „Kleinigkeit“ eingestuft wird. Mir ist es wichtig aufzuzeigen, dass dieses Amt sehr viel Arbeit bedeutet – vor allem auch in der Anfangszeit, in der man noch nicht so viele Unterstützer hat. Wobei ich mich an dieser Stelle gleich bei allen bedanken möchte, dir mir helfen Besorgungen für Rituale zu machen, gemeinsam mit mir oder selbstständig gewisse Teile der Rituale schreiben, Artikel schreiben oder sich auf sonstige Weise engagieren. Ich danke dafür vielmals.
Mir persönlich ging es nie darum, „Hohepriesterin“ oder auch nur „Priesterin“ zu sein. Ich lasse mich von Göttin und Gott leiten. Lange habe ich selbst nach einer aktiven Wicca-Gruppe gesucht um gemeinsam Feiern zu können, musste aber nach einige Jahren einsehen, dass es für „Neulinge“ (ich beschäftige mich ja „erst“ seit 14 Jahren damit ;)) sehr schwer war, in Wien Anschluss zu finden. Nach drei Jahren habe ich es dann schlussendlich selbst durchgezogen und einen Verein gegründet – Sinarian Wicca. Mir ist es ein Anliegen, eine Anlaufstelle für Neulinge, aber auch Alteingesessene zu sein. Ich möchte Bewegung in die Szene bringen, ich möchte Wicca als Religion in Österreich anerkennen lassen. Dass die Gruppe dabei meinen Namen trägt, ist eine sehr pragmatische Entscheidung gewesen. Erstens konnte und kann ich nicht für andere Wicca-Traditionen sprechen (oh Götter, wie viele Anfeindungen ich da bekommen würde), zweitens war es durch historische Beispiele vorgegeben, einfach meinen Namen als Gründerin davor zu setzen. Noch dazu muss Sinarian Wicca Kompromisse eingehen, die andere Wicca-Gruppen kaum machen wollen würden. Zum Beispiel eine Mitgliederanzahl in der theoretischen Höhe von mindestens 300 Menschen, ein Handbuch mit den Glaubensinhalten und ähnliches. Aber genau dies und noch vieles mehr wird verlangt, wenn man in Österreich als religiöse Gemeinschaft anerkannt werden möchte.

Natürlich möchte ich versuchen, ein Beispiel zu sein und anderen in spirituellen Fragen eine möglichst große Hilfe zu sein. Manchmal ist man auch Psychologin in der Nebenfunktion. Aber – auch ich bin nur ein Mensch. Ich mache meine Fehler, manchmal bin ich gestresst und manchmal hab ich einen schlechten Tag. Man darf von mir erwarten, in Gedanken immer das Beste im Sinn zu haben, aber natürlich kann es vorkommen, dass ich auch ungünstige Entscheidungen treffe. Jeder Mensch sollte dies verstehen und akzeptieren. Wir sind alle auf der Erde, um Freude zu haben und um zu lernen. Ansonsten wären wir nicht als Menschen, sondern als Götter hier. Mir ist bewusst, dass es immer Zweifler geben wird und auch jede andere Gruppe/Gruppierung dieser Welt Zweifler hat.

In unregelmäßigen Abständen erhalte ich Mails, in denen mir vorgeworfen wird, ich würde andere Mitglieder nicht einbeziehen und diese könnten sich nicht entfalten. Zu diesem sage ich nur, ihr solltet jeden meiner initiierten Brüdern und Schwestern befragen, ob an dieser Vorwurf auch nur das kleinste Wort wahr ist. Die Antwort wird folgende sein: Jeder hat die Möglichkeit, Teile des Rituals selbst zu gestalten, mitzugestalten oder ein eigenes Ritual abzuhalten. Mitglieder können sich sowohl für diverse Positionen innerhalb des Vereins zur Verfügung stellen, als auch an der aktiven Führung dessen mitmachen. Je mehr Engagement, desto mehr freue ich mich darüber. Jeder der mit mir offen und ehrlich spricht, kann von mir Respekt und Ehrlichkeit erwarten. All jene, die mir Mails oder Nachrichten mit mehr oder weniger konstruktiven Kritiken schicken (vor allem auf Situationen bezogen, die es bei uns gar nicht gibt), möchte ich auch hier wieder anbieten, uns bei einem unserer Stammtische kennenzulernen. Es besteht auch die Möglichkeit, mich zu einem persönlichen Gespräch unter vier Augen zu treffen. Ihr wollt mitmachen, euch engagieren und helfen, Wicca wachsen zu lassen und etwas Neues, großartiges zu schaffen? Wenn ja, dann macht den ersten Schritt und lernt uns kennen.

Sinarian Wicca ist für mich mehr als ein Verein, mehr als eine Religion. Religion kann ich ohne Probleme für mich alleine ausleben. Aber für mich bedeutet die Gruppe etwas noch viel größeres. Es bedeutet für mich Familie. Die initiierten Mitglieder und ich haben uns gegenseitig als Familie, Brüder und Schwestern anerkannt und als genau solche sehe ich sie. Gemeinsam Göttin und Gott zu ehren, gemeinsam zu feiern, gemeinsam Hobbys zu betreiben, gemeinsam auf ein Ziel hinarbeiten und gemeinsam Freude und Leid zu teilen, das ist es was ich möchte – DAS ist meine Vision.

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Samhain und Opfer bringen

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Oktober 31st, 2014 Posted 9:06

Lange Zeit habe ich überlegt, was ich zum Thema Samhain schreiben sollte. Es ist immerhin das wichtigste, oder zumindest eines der wichtigsten Feste im Jahresrad der Wicca. Jeder kennt das Thema zu Samhain: der Gott, der sich opfert, damit wir alle gedeihen können. Das Ende und der Neuanfang. Gott opfert sich für uns – damit wir leben, wachsen und gedeihen können. Wie viel davon sind wir bereit zurückzugeben? An unsere Gemeinschaft? An die Familie? An Freunde? An unseren Partner? Es geht nicht darum, sich aufzuopfern. Keiner muss sein Leben aufgeben und das der anderen in den Mittelpunkt stellen. Es geht darum, schon mit kleinsten Opfern und Gesten großes zu bewirken. Innerhalb der Gruppe habe ich mir erwartet, dass jeder sich so weit „opfern“ würde, dass er sich zumindest Zeit für das Ritual nimmt.

Doch in unserer heutigen Gesellschaft sind wir Menschen meistens nur auf den persönlichen Gewinn fixiert. Egal ob wir Wiccans sind oder nicht. Wir tun fast nichts, wenn wir nicht einen persönlichen Gewinn dabei erwarten. Dieser Gewinn kann Aufmerksamkeit sein, Geld, Anerkennung, Liebe und vieles weitere. Alles Dinge, die wir für ein glückliches Leben brauchen, deswegen durchaus verständlich. Aber ist es nicht auch so, dass grad dann am Meisten zurückkommt, wenn man es am Wenigsten erwartet? Auf der einen Seite jammern wir wegen 20 Minuten Zeit, auf der anderen Seite verschwenden wir Stunden vollkommen sinnlos. Das gleiche lässt sich auch über die Themen Geld und wohl jeden einzelnen anderen Bereich unseres Lebens zu sagen. Verhalten wir uns nicht alle oftmals genauso? Wir reden von Mitgefühl, Engagement, Ehrung der Natur, Liebe, Freundschaft. Doch wo bleiben unsere Taten? Wo können wir einen Teil an die Gemeinschaft zurückgeben oder anderen eine Freude machen, ohne direkten Gewinn zu erwarten. Unsere wichtigste Aufgabe zu Samhain sollte es sein, darüber zu meditieren und sein eigenes Wesen zu erforschen. Der Weg zu Göttin und Gott, der Weg zur eigenen Göttlichkeit ist schwer, hart und lange. Er tut weh, man wird mit den eigenen Schwächen konfrontiert. Doch nur so kommt man dem Göttlichen in sich näher. Gott ist nicht nur im Äußeren und opfert sich, sondern er ist auch in uns, auch wir müssen Opfer bringen.

1. Nachsatz:
Den ersten Nachsatz möchte ich dieses Mal an die Mitglieder des Vereins richten: Wir sind mehr als 1+1=2, die Summe unserer Einzelteile ergibt ein Vielfaches. Doch was passiert, wenn ein Teil dann fehlt? Stellt euch selbst die Frage „Engagiert ihr euch bereits angemessen, oder seid ihr derzeit lieber passive Konsumenten? Wollt ihr die Zeit überhaupt aufbringen?“. Ich wünsche mir, dass sich jeder mit diesem Thema auseinandersetzt. Eine gesunde Gemeinschaft basiert auf einem gesunden Gruppenverhältnis.

2. Nachsatz:
Den zweiten Nachsatz möchte ich an all die vielen Heiden und Hexen Wiens richten. Ich war Anfang Oktober wieder zu Gast beim Stammtisch der Hexen und Heiden. Obwohl ich die Menschen dort sehr gerne mag, musste ich eines feststellen. Die Szene ist noch immer tiefst untereinander zerstritten – ich durfte es auch live miterleben – es wurde sich gestritten, wer am Spirituellsten(!) sei. Ich bin mir nicht sicher, ob ich lachen oder heulen sollte. Menschen! Arbeitet zusammen, steht doch über diesen Kleinigkeiten. Wenn ihr Großes erreichen wollt, zum Beispiel die Anerkennung vom Heidentum in Österreich, einen heidnischen Tempel und ähnliche Pläne, dann nehmt auch ihr euch ein Beispiel am Gott. Opfert euer Bedürfnis, „mehr “ als jemand anderer sein zu wollen, damit ihr Zusammenarbeiten und etwas großes erreichen könnt. Im Endeffekt ist sowieso niemand je mehr als ein anderer, in allen von uns ist der Funke von Göttin und Gott, egal um wie viel wertvoller wir selbst uns gegenüber anderen betrachten wollen.

Ich glaube, jeder der das hier liest hat Interesse an einem heidnischen Tempel; an einer offiziellen Anerkennung – warum davon immer nur träumen? Opfert ein wenig eurer Zeit, besucht meine Gruppe und lernt mich kennen und lasst uns miteinander sprechen. Ich verspreche euch, dieses Ziel liegt dann in nicht so ferner Zukunft.

sunset in heart hands

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Rituale

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Oktober 28th, 2014 Posted 16:24

In letzter Zeit wurde ich so manches Mal gefragt, ob wir im Wicca fixe Rituale haben, die wir zu unseren acht Jahreszeit-Festen abhalten. Ich kann hier nur für meine Gruppe sprechen, aber wir gestalten unsere Rituale immer eigenständig und sie laufen niemals gleich ab. Wir lehnen die Rahmenhandlung zwar an den Jahreszeit-Mythos an, aber die Ausführung sieht jedes Mal etwas anders aus. Für all jene unter euch, die noch keiner Gruppe angehören, oder einfach lieber alleine unterwegs sind, kann ich nur empfehlen, selbst etwas zu gestalten. Es gibt bei den Ritualen nur sehr schwer ein „Falsch“. Meine Methode dazu ist – ihr setzt euch hin, legt euch schöne Musik auf und meditiert anschließend über das jeweilige Fest. Für das Wicca-Fest Samhain zum Beispiel spielt Opferung eine große Rolle. Aber auch Dankbarkeit und Wünsche bzw. Bitten für das kommende Jahr. Rund um diese Themen kann man dann eine ganze Menge gestalten, der Fantasie sind nur wenige Grenzen gesetzt. Innerhalb von Sinarian Wicca mache ich es so, dass ich mich mit ein oder zwei anderen Mitgliedern zusammensetze und wir dann gemeinsam Ideen diskutieren und etwas ausarbeiten. Das Wichtigste an einem Ritual ist nicht die Handlung an sich, sondern das Gedenken an Göttin und Gott. Sie zu ehren und sie für die Vielfalt des Lebens zu preisen. Ein Ritual sollte auch immer ein Fest der Freude sein.

Ich wünsche euch ein frohes Samhain!

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neue Gesichter

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September 29th, 2014 Posted 17:14

Gestern fand ein sehr schönes Vereinstreffen statt, dabei konnten einige Punkt geklärt werden, wie zB wer den Vereinsvorsitz neben mir übernimmt und wo wir uns beim nächsten Mal treffen. Vielen Dank Richard, dass du dich engagieren möchtest und mir bei organisatorischen Dingen hilfst. Besonders gefreut hat es mich, dass ich auch ein paar neue Gesichter gesehen habe, die sich für Wicca und Göttin sowie Gott interessieren. Bezüglich unseres nächsten Treffens gebe ich noch bescheid, was genau mitzunehmen ist. Wir werden gemeinsam Essen gehen und danach ein kleines Ritual veranstalten. Wir haben auch beschlossen, unsere Facebook-Gruppe aktiver zu nutzen und ich hoffe sehr auf die Mitwirkung von euch allen.

Alles Liebe,
Sina

Hier der Link zu unserer Facebook-Gruppe (noch offen für alle)

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Offizielle Vereinswebseite

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September 27th, 2014 Posted 20:44

Ich freue mich sehr, euch endlich die neue Vereinswebseite präsentieren zu können. Sie ist unter der Adresse www.wicca.cc aufrufbar.
Gerne nehme ich konstruktive Kritik und Verbesserungsvorschläge zur Kenntnis und würde mich gleichzeitig sehr darüber freuen, solltet ihr auch aktiv mitwirken wollen.
Morgen gibt es eine weitere Möglichkeit bei unserem 2. Vereins-Kennenlern-Treffen einige Mitglieder und mich persönlich zu sehen.

ORT: Schlosscafe Schönbrunn, Teil des Parkhotels bei der U4-Station Hietzing.
Zeit. Sonntag, 29. September um 17 Uhr

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Kennenlern-Treffen

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September 3rd, 2014 Posted 11:33

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Mitglieder,

wie einige bereits wissen, findet diesen Sonntag ein Kennenlern-Treffen statt. Bei einem Cafe, Tee oder etwas zu essen wollen wir uns kennenlernen, Fragen beantworten und ein Gefühl füreinander bekommen. Sollte jemand Interesse haben, daran Teilzunehmen, dann kann er sich gerne bei mir per Mail anmelden.

ZEIT: Sonntatg, 7. September 2014
ORT: Gloriette-Bar, Teil des Parkhotel Schönbrunn bei der Station U4-Hietzing

Ich freue mich auf euer Kommen!

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Update: 30.08.2014

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August 30th, 2014 Posted 10:39

Hallo liebe Leserinnen und Leser!
Leider war ich nun 10 Tage aufgrund einer Angina außer Gefecht, aber so langsam werde ich wieder fit. Ich werde mich bis Mitte nächster Woche noch schonen und dann wieder voll für euch da sein können. Ich hoffe ihr habt einen schönen August verbracht, auch wenn das Wetter nun nicht so großartig war.
Alles Liebe und bis bald,
Sina

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Buch: Die Wicca-Religion

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August 14th, 2014 Posted 15:37

Oft werde ich nach Buchvorschläge zum Thema Wicca gefragt. Deswegen möchte ich euch in regelmäßigen Abständen, die meiner Meinung nach spannendsten und informativsten Bücher kurz vorzustellen. Es werden auch ein paar Bücher dabei sein, die nicht explizit Wicca-orientiert sind. Einige werden das  Thema „Heidentum“ allgemein behandeln.

Das erste Buch, das ich vorstellen möchte heißt „Die Wicca-Religion“ von Britta Rensing. Ich habe das Buch vor einiger Zeit auf Amazon gekauft. Im Gegensatz zu den meisten anderen Büchern zu Wicca, ist dieses sehr objektiv und sachlich geschrieben. Das Buch ist das einzig mir bekannte, das Wicca auf religionswissenschaftlicher Basis untersucht. Dabei analysiert die Autorin Schriften und Interviews, aber vor allem Gedichte von mehr oder weniger bekannten Wicca-Anhängern. Dadurch, dass die Autorin nicht ihre persönliche Sicht auf Wicca miteinfließen lässt, bekommt man einen sehr guten und neutralen Gesamt-Überblick. Wichtige Themen im Buch sind: Bräuche, Rituale, Feiertage, Sonne und Mond, männlich und weiblich, das Verhältnis von Mensch zu Göttin und Gott und natürlich Göttin und Gott an sich.

Obwohl das Buch wie gesagt objektiv und auf religionswissenschaftlicher Basis geschrieben wurde, ist sehr spannend, informativ und einfühlsam. Ich habe zu Beginn gezögert und überlegt, ob ich dieses nicht ganz billige Buch tatsächlich kaufen sollte, aber im Nachhinein kann ich sagen, dass es eine gute Investition war. Man bekommt auf Wicca einen sehr guten Überblick ohne von persönlichen Anschauungen abgelenkt zu werden. Es ist niemals zäh geschrieben (und ich habe wirklich schon viel Schrott zum Thema Wicca in den Händen gehabt). Jeder sehr sich schon intensiver mit Wicca beschäftigt hat, wird in diesem Buch kaum Neues finden, allerdings verwende ich es ab und an als Nachschlagewerk. Aus diesem Grund kann ich das Buch vor allem Neulingen oder Menschen, die Interesse an Wicca und Naturreligionen haben, empfehlen.

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Mysterienreligion Wicca

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August 7th, 2014 Posted 12:22

Liebe Wiccans,

mittlerweile bin ich wieder von meiner Reise aus der Schweiz zurück und habe einen tollen 1. August verbracht.  In der Schweiz ist dies auch der größte Nationalfeiertag. Während dieser Zeit erhielt ich einen Leserbrief der ein Thema ansprach, das mir auch sehr am Herzen liegt. Ich möchte einen Auszug aus diesem Brief veröffentlichen:

Manchmal ist es nicht so einfach Menschen zu finden die mitgehen, begeisterte sind schnell mal da, so wie Zuschauer in einem Zirkus. Viele wollen schnell Wissen bekommen und am Besten wenig dafür geben und bevor diejenigen dieses erkaufte Wissen zu einem Wahren Wissen gemacht haben sind sie schon wieder auf einem anderen Jahresmarkt zugegen, um anderes Wissen sich zu erkaufen. Spirituelles Shopping ist heutzutage aktueller denn je, eine Folge des manipulierten Konsum-Menschen für den es allerdings immer schwieriger wird beständig einen Erfahrungsweg zu gehen, wie den Weg eines Wicca, oder eines Adepten einer Mysterienschule.

Meine Erfahrung ist, dass viele am liebsten eine Art „Unterhaltungsprogramm“ geboten wollen bekommen, ohne sich selbst einzubringen oder mitzuwirken. Am Liebsten würden diese Menschen heute Wicca werden und morgen zum Hohepriester / zur Hohepriesterin geweiht werden.

Alle Wiccans werden mir zustimmen wenn ich sage, Wicca ist keine Religion für „spirituelle Shopper“ oder passive Konsumenten. Wicca erfordert Zeit, Energie und intensives Studium. Wicca ist nicht umsonst eine Mysterienreligion. Und eben diese Mysterien sind nicht an einem Wochenende im Schnellverfahren zu entdecken. Leider bekomme ich sehr oft Anschriften von Menschen, die gerne ein volles Programm serviert bekommen hätten, ohne sich aber selbst zu engagieren. Deshalb möchte ich an alle potentielle Interessenten hier folgendes sagen. Wicca steht JEDEM offen, aber wie weit ihr kommt, entscheidet allein ihr mit eurem Willen.

Meine Aufgabe ist es nicht, jeden Interessenten ein Abendunterhaltungsprogramm zu bieten, sondern ihnen zu zeigen, wie wir Wicca unseren Glauben leben, wie sie Göttin und Gott näher sein können und als spirituelle Beraterin zu fungieren. Deswegen bitte ich euch, solltet ihr euch ein persönliches Treffen und eine Mitgliedschaft wünschen, dann überlegt, ob ihr auch dafür bereit seid, euch innerhalb der Gemeinschaft und des Vereins zu engagieren.

Ich habe Sinarian Wicca gegründet, um gewisse Kompromisse eingehen zu können, die für andere Wicca-Traditionen nicht möglich sind, damit Wicca in Österreich auch einen offiziellen Anstrich und eine offizielle Anerkennung erhält. Meine Bitte an Wiccans anderer Traditionen ist, offen für Veränderung zu sein. Wicca ist immer im Fluss und Wandel und kein starres Gebilde, gerade das zeichnet uns auch gegenüber den meisten anderen Religionen sehr aus. Wir haben einen roten Faden, aber links und rechts davon ist Spielraum, sich so zu entfalten, wie es einem angemessen erscheint.

Kenavo

Sina

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Wicca und das Böse

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Juli 29th, 2014 Posted 0:11

Im Gegensatz zu vielen anderen Religionen existieren im Wicca keine bösen Götter, Geister oder Dämonen. Keine übermenschliche Macht führt einen in Versuchung. Wir sind für unsere Taten selbst verantwortlich und müssen mit ihren Folgen leben. Vivianne Crowley schrieb in einem ihrer Bücher, dass das Böse nur in Form von Leid verursachenden (menschlichen) Handlungen existiert. Jeder von uns begeht im Laufe seines Lebens Fehltritte. Wenn wir im Einklang mit uns und den Göttern leben, werden wir diese erkennen und die Chance bekommen, Vergebung zu finden. Es geht nicht darum, in Schuld und Minderwertigkeit zu versinken, sondern aus unseren Fehlern zu lernen und in Zukunft weiser zu handeln. Nur wenn ein „Es tut mir Leid“ auch aus unserem Innersten kommt, wird es nach Außen hin Wirkung zeigen. Göttin und Gott sind nicht „Gut“ oder „Böse“. Am Ehesten würde ich sagen, sie sind Ordnung und Chaos und alles dazwischen in einem. Sie sind keine strafenden Götter, allerdings haben sie ein Auge auf das Gleichgewicht und werden eingreifen, wenn böses, in Form von ethisch verwerflichen Handlungen, uneingeschränkt zu wuchern droht.

Einige kennen vermutlich auch das Konzept von Karma. Sprich all unsere Taten kehren zu uns (mehrfach) zurück. Salopp sage ich, am Ende unseres irdischen Lebens, bevor wir in unsere nächste Daseinsform übergehen, sollte der „Kontostand“ zumindest ausgeglichen sein.

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