Sinarian Wicca

Archive for Juni, 2014

Nachts im Wald

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Juni 29th, 2014 Posted 18:00

Vor Kurzem kam mir die Idee einer Nachtwanderung. Um Mitternacht, als die meisten Menschen zu Hause waren und es sich gemütlich gemacht hatten oder schon schliefen, begann ich meine Wanderung in den Wiener Wald. Aufgewachsen bin ich in einer ländlichen Gegend, mit vielen Feldern, Wäldern und vor allem – wenig Menschen. Der Wiener Wald lässt sich zwar nicht vergleichen mit den Wäldern aus meiner Heimatgegend, aber er ist zumindest eine gute Alternative. Zur Sicherheit habe ich mir auch eine Taschenlampe mitgenommen.

Es war stockdunkel, der Mond war nur als schmale Sichel am Himmel zu erkennen. Noch spendete die Straßenbeleuchtung Licht, doch schon nach fünfzig Metern in den Wald verlor es sich im Dunkel und ich trat in eine mir fast fremdartige Welt. Wenn man unter Tags im Wald wandert hört man allerlei Natur-Geräusche, aber man tut sich nicht schwer einzuschätzen, woher diese stammen. Im Dunkeln allerdings beginnen diese Geräusche magisch und gefährlich zugleich zu wirken. Als würden Feen, Kobolde und Trolle durch den Wald irren, auch wenn es wahrscheinlich bloß Füchse und andere Tiere handelt. Ich ging ungefähr eine Stunde einen zufälligen Forstweg entlang, nur die Sterne und der schmale Mondstreif spendeten mir Licht. Die Geräusche der Zivilisation waren schon lange verklungen und ich wurde eins mit dem Wald. Zufälligerweise kam ich an eine Lichtung, auf der es etwas heller war, da die Bäume das Licht der Sterne nicht abdunkelten. Ich setze mich auf die Erde und versuchte mich zu entspannen, innerlich als auch äußerlich. Dies war nicht ganz einfach zu Beginn, da mich die ungewohnten Geräusche der Dunkelheit durchaus beunruhigten, doch dann begann ich zu beten und meditieren und vertraute darauf, dass Göttin und Gott mich behüten würden.

Während ich nun im Dunkel saß, begann ich mich mit der Erde und meiner Umgebung zu verbinden. „Noreia – Noreia – Noreia“ schallte es durch meine Gedanken. Obwohl wir zu dieser Göttin eine besonders starke Verbindung haben, ist sie uns kaum bekannt. Noreia war die Landes- und Muttergöttin der Noriker, jenem keltischen Volk, das im heutigen Österreich ihr Stammgebiet hatte. Bereits vor 2500 Jahren beteten die Menschen zu Noreia, baten um gutes Wetter, gute Ernte, Segen, Schutz und allerlei. Nun, 2500 Jahre später, ist sie fast vergessen. Doch sie ist immer präsent. Überall. Wenn wir versuchen mit ihr in Kontakt zu treten, können wir ihre Kraft, ihren Atem und ihren Herzschlag in der Erde, den Pflanzen und dem Wind spüren. Ich konnte die Gegenwart der Göttin so intensiv spüren, als würde sie direkt neben mir stehen. Dann sah ich sie. Wunderschön und weise, gütig und kraftvoll, groß und mit langem Haar. Plötzlich kamen mir unbewusst und spontan die Worte „Ich vermisse dich“ aus dem Mund. Leise hauchte ich diese 3 Worte ein weiteres Mal und Tränen begannen mir aus den Augen zu fließen. Es war als würde ich einen lange verlorenen Teil meiner selbst wieder spüren. Ich empfand Freude wie ein Blinder, der wieder sehen konnte. „Ich habe Angst“, sagte ich noch. „Angst dich zu verlieren, alleine zu sein und mich verloren zu fühlen“. Noreia kniete sich behutsam neben mich auf den Boden, nahm ihre Hand und legte sie auf meine Brust, genau dort wo mein Herz schlug. „Höre und spüre – wir sind nie voneinander getrennt gewesen noch werden wir es je sein“ sprach sie. Danach nahm sie meine Hände, legte sie auf die Erde und sprach „Spüre den Herzschlag des Lebens, fühle den Atem der Ewigkeit, koste das Glück“. Noch mehr Tränen kullerten aus meinen Augen, mein Geist war plötzlich frei – es gab keine selbst auferlegten Schranken mehr. Ich konnte Farben riechen, Düfte sehen, Wind schmecken und das Leben und die Göttlichkeit fühlen. Ich war nun vollkommen eins mit mir, den Göttern und meiner Umgebung. All die Geräusche, die ich zuvor vernommen habe, ließen sich nun einordnen und beruhigten mich, anstatt mir Angst zu machen. Sanft umarmten mich jemand von hinten. Der Gefährte der Göttin, mein Gefährte, Cernunnos, stand hinter mir. Er flüsterte mir zärtlich ins Ohr „Spüre meine göttliche Kraft in dir. Diese Kraft ist auch deine Kraft“. Wie ein ungebändigtes Feuer umschlang es mich. Cernunnos drehte mich zu ihm um und ich sah zu ihm auf, sah ihm Tief in die Augen. Dann schloss ich meine Augen und erwiderte seine Umarmung. Er küsste mich auf die Stirn, die Lippen und meinen Unterleib. Alles um mir löste sich auf und formte sich ständig neu. Als ich nach längerer Zeit wieder die Waldlichtung um mich wahrnahm, sah ich Göttin und Gott nicht mehr, aber ich spürte dennoch Ihre Anwesenheit in mir und allem, das mich Umgab. Vorsichtig stand ich auf und begann mich auf den Rückweg zu machen. Nach einer Stunde erreichte ich die vertraute und doch jetzt sehr ungewohnte Zivilisation erneut. Die Straßenlaternen wirkten unnatürlich hell. Nein – es war der Morgengrauen

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Wie eine Pflanze im Sonnenlicht…

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Juni 25th, 2014 Posted 20:02

… wächst der Verein und ich freue mich sagen zu können, dass wir mittlerweile beinahe zwanzig sind. Ende des Sommers wird es hoffentlich so weit sein, dass wir auch einen Tempel einrichten können.

Vorgestern durfte ich eine junge Italienerin kennenlernen, die mittlerweile seit mehreren Jahre in Österreich lebt. Ich hab viel Neues gelernt, zum Beispiel, dass es in Italien einige größere Wicca-Bewegungen gibt. Mich hat das sehr überrascht, da ich bisher nur Kontakt zu Menschen aus Wicca-Gruppen im deutschsprachigen und englischsprachigen Raum hatte. „Größer“ ist natürlich sehr relativ. Aber es war spannend. Weiters freue ich mich, dass ich sie auch als Mitglied für unsere Bewegung gewinnen konnte.

Die neue Webseite nimmt auch langsam Formen an. Derzeit beschäftigt mich vor allem das Thema „Farben“. Auf alle Fälle nicht so intensiv wie der Blog. Sollte es unter euch grafisch begabte Menschen geben, die wirklich gute Ideen für eine Farbgebung der neuen Webseite haben, bin ich für Vorschläge jederzeit offen. Mir ist wichtig, dass es nicht zu „esoterisch“ wirkt, sondern in gewissem Sinne „seriös“, da die Webseite vor allem für all diejenigen gedacht ist, die noch nie Kontakt oder Berührung mit Sinarian Wicca hatten.

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Blessed Litha

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Juni 21st, 2014 Posted 23:58

Ich hoffe ihr konntet heute ein schönes Litha feiern – entweder in einer Gruppe oder zumindest kurz für euch alleine. Für alle die es noch nicht gelesen haben, wenige Artikel unterhalb gibt es von mir einen Beitrag zu Litha und die Bedeutung des Festes für Wiccans. Heute war auch deswegen ein großartiger Tag, da ich einige engagierte Wiccans kennenlernen durfte und mich freue, sie im Verein begrüßen zu können. Bezüglich dem ersten Vereinstreffen wird sich das noch etwas verzögern, ich denke Mitte Juli ungefähr. Auch die neue Webseite nimmt langsam Formen an. Vielen Dank an die Unterstützer, Spender und Anhänger der Göttin und des Gottes. Möge das Mondlicht euch auch in den kommenden, länger werdenden Nächten den Weg weisen. Seid gesegnet!

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Vereinslokal

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Juni 15th, 2014 Posted 10:56

Ich hoffe Ihr habt vorgestern Nacht den wunderschönen Vollmond genießen können. Ich habe die Zeit genutzt, um ein intimes Gespräch mit Göttin und Gott zu führen, um Kraft, Energie und Zuversicht zu schöpfen. Mittlerweile haben sich einige Mitglieder gemeldet, die sich freiwillig im Verein engagieren wollen, unter anderem um den erweiterten Vorstand zu bilden. Allerdings suche ich noch nach weiteren engagierten Personen. Am Montag werden wir ein Gewölbe besichtigen, das eventuell als Vereinslocation dienen könnte. Freiwillige Spenden werden auch weiterhin gerne entgegengenommen. Natürlich erhaltet ihr auch eine Quittung, wenn ihr dies wollt. Bis wir 300 Mitglieder erreichen wird es noch einige Zeit dauern, ich rechne bis Ende nächsten Jahres, aber je mehr Menschen mithelfen, desto schneller können wir dieses Ziel für die offizielle Anerkennung als Bekenntnisgemeinschaft erreichen.

Derzeit ist das Wetter auch wunderschön und perfekt dazu geeignet in die Natur zu gehen. Probiert folgendes aus. Legt euch in einer ruhigen Gegend auf die Wiese oder den Waldboden und berührt mit euren Handinnenflächen die Erde. Schließt nun die Augen oder versucht ins Leere zu schauen um euch ganz auf den Puls der Erde zu konzentrieren. Wenn ihr euch genug entspannt und euch eure Umgebung nicht zu sehr ablenkt, könnt ihr die Energie wahrnehmen und daraus Kraft schöpfen. Versucht das Zwitschern der Vögel wahrzunehmen, genauso wie das Summen der Insekten. Atmet die reine Luft ein und nehmt die Düfte wahr. Dies ist eine Möglichkeit, im Inneren still und ruhig zu werden. Man wird eins mit seiner Umgebung und kann Gott und Göttin in sich und der Umwelt wahrnehmen. Viel Erfolg!

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Ein neuer Sonnenaufgang

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Juni 10th, 2014 Posted 13:00

Ich habe die letzten Tage intensiv genutzt mit den Vereinsmitgliedern zu beraten, wie wir uns weiter organisieren, welche Veranstaltungen wir anbieten, welches Vereinslokal wir mieten wollen, wie die neue Webseite aussehen soll und vieles mehr. Ich hab derzeit schon mehrere A4-Seiten voller Ideen und jetzt überlegen wir uns, welche davon wir umsetzen können und wie wir sie umsetzen können. Bitte verzeiht mir, dass ich innerhalb der nächsten Woche kaum dazu komme, einen Wicca bezogenen Artikel zu veröffentlichen, aber dafür dürfen wir uns auf eine neue Webseite in 2-3 Wochen freuen.

Es würde mich sehr freuen, wenn ihr euch entschließen wolltet, Wicca in Österreich offiziell zu unterstützen und Mitglieder des Verein werdet.
Blessed be,
Sina

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Ankündigung: Design Änderungen

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Juni 5th, 2014 Posted 19:57

Derzeit plane ich ein neues Blogdesign bzw. eine Änderung der Webseite. Ich möchte zusätzliche Features, wie einen Mondkalender, eine übersichtlichere Startseite und eine bessere Themenkategorisierung integrieren. Für Vorschläge habe ich jederzeit ein offenes Ohr.

Ich suche auch noch nach Gast-Autoren die gerne einmalig oder regelmäßig Artikel zu Wicca, Geschichte (zB über heidnische, antike Religionen, deren Rituale und Bräuche) und Heidentum schreiben wollen.

Weiters bin ich derzeit auf der Suche nach einem guten Schneider in Wien, der gemeinsam mit mir eine Ritualrobe für Wicca designen möchte. Es geht zuerst um ein Probestück, aber es kann später zu einer viel größeren Stückanzahl kommen. Bei Vorschlägen oder Interesse einfach per Mail melden, bei Angeboten bitte mit einer ungefähren Preisangabe.

Meine Kontaktdaten findet ihr unter „Kontakt“. Ich freue mich auf eure Nachrichten und werde eure Mails gerne beantworten.

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Der gehörnte Gott

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Juni 4th, 2014 Posted 12:25

Als Partner der Göttin ist der Gott im Sinarian Wicca gleichwertig mit ihr. In einigen anderen Religionen, aber auch in manchen Wicca-Traditionen wird oft entweder dem Gott oder der Göttin ein höheren Stellenwert eingeräumt. Doch damit wir Menschen in Einklang mit unserer eigenen Göttlichkeit leben können, müssen wir erkennen, dass beide essentiell wichtig und absolut gleichwertig sind.

Im Wicca wird der Gott oft mit Geweih oder Hörnern auf dem Kopf dargestellt, deswegen die Bezeichnung gehörnter Gott. Die Darstellung des Gottes mit Geweih ist schon Jahrtausende alt und lässt sich weit bis in die Zeit zurückführen, bevor Menschen sesshaft wurden. Auch wird er oft mit diversen Phallussymbolen dargestellt. Die animalische Darstellungen des Gottes deuten vor allem auf seine Rolle als Herr der Natur, der Tiere und des Lebens. Er beschützt und hütet, ist aber zugleich auch Jäger und Krieger. Auch wir modernen Menschen besitzen einen Jagdtrieb. Heutzutage jagen wir oft sinnlosen Dingen und Illusionen hinterher. Doch dient dieses Jagen nicht mehr länger dazu, uns bloß ein angenehmes und schönes Leben zu ermöglichen, sondern um unsere Gier nach immer mehr zu befriedigen. Dabei entfernen wir uns immer mehr von unseren Mitmenschen. Gott hilft uns, dass wir uns wieder auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben konzentrieren können. Er möchte, dass wir wieder eine Gemeinschaft bilden. Eine Gemeinschaft, in der sich jeder frei entfalten kann und wir dennoch nicht auf das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit verzichten müssen. Genau dies ist meine Vision von Sinarian Wicca. Im Wicca steht Gott für Lebensfreude, Lust und Fülle. Durch ihn nehmen wir auch Kontakt zu unserer eigenen animalischen, wilden Seite auf.

In der Wicca Mythologie durchläuft Gott jedes Jahr das Rad von Geburt, Tod und Wiedergeburt und ist uns Menschen dadurch auch besonders nahe, da er dies mit uns teilt. Die Göttin bereitet uns auf den Tod vor, doch der Gott ist es, der ihn durchlebt und sich wandelt. Er opfert sich jedes Jahr und spendet seine Kraft und Energie, damit wir wachsen und gedeihen können. Das Bildnis eines sich opfernden Menschen oder Gottes gibt es beinahe in jeder Religion und ist ein universelles Bild der Menschheit. Der Gott ist in der Mythologie der Wicca nicht dazu verdammt zu sterben und wiedergeboren zu werden, sondern er tut dies freiwillig. Er erinnert uns mit seinem Opfer, dass auch wir Opfer für die Gemeinschaft bringen sollten. Gott möchte uns mit seinem Opfer aber auch zeigen, dass das Leben nach dem Tod nicht vorbei ist, sondern der Tod bloß einen Übergang in ein neues Leben bzw. eine neue Daseinsform bildet. Er geht voran, damit wir keine Angst haben müssen.

Gott ist nicht nur der Gefährte der Göttin sondern auch unser Gefährte. Er begleitet uns unser ganzes Leben hindurch und steht uns mit seiner Kraft und Weisheit zur Seite. Ich denke, dass viele Menschen verlernt haben, Gott und Göttin wahrzunehmen und deren Hilfe anzunehmen. Gott ist nicht ein strafender oder zorniger Gott wie in einigen anderen Religionen und auch nicht unnahbar und fern, sondern direkt mit uns. Versucht seine Gegenwart wahrzunehmen und bittet ihn um Hilfe wann immer ihr Kraft braucht. Ich mache dies täglich. Gott ist für mich mein bester Freund, beschützender Liebhaber und Partner und auch mein weiser Vater. Ich wünsche mir für euch, dass auch ihr Gott in euer Leben integrieren könnt und er euch, ebenso wie mir, zur Seite steht.

 

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Die dreifache Göttin

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Juni 1st, 2014 Posted 9:23

Im Wicca gibt es, wie auch in einigen anderen alten Kulturen, das Konzept der dreifachen Göttin. Doch was bedeutet das genau? Zum einen kennen Wicca die Göttin als junges Mädchen, im Englischen oft Maiden (=Maid) genannt. Sie steht für den Neuanfang, für den Frühling und für Jugend und Schönheit. Aber auch für den Übergang von der Kindheit in die jungen Erwachsenenjahre. Körperlich und seelisch finden Veränderungen statt, Sexualität spielt ebenfalls eine große Rolle. Es geht um das Erforschen welcher Mensch man ist und sein möchte, das finden der eigenen Identität und auch um das Kennenlernen des anderen Geschlechts, also des Gottes. Ich möchte noch besonders darauf hinweisen, dass sich das auch in einem gleichgeschlechtlichen Partner ausdrücken kann. Gott und Göttin sind in jedem von uns und nicht an ein irdisches Geschlecht gebunden. Im Wicca steht die Maid bzw. die Jungfrau auch für „eine Frau die keinem Mann gehört und keinen Mann braucht“. Es geht nicht um sexuelle Enthaltsamkeit, sondern um spielerischen Umgang mit der Sexualität. Die junge Göttin und der junge Gott entdecken die Sehnsucht füreinander. Die Göttin wird mit der eigenen Weiblichkeit und der Gott mit der eigenen Männlichkeit konfrontiert.

Die Göttin als Mutter, im Englischen Mother genannt, steht für den Aspekt der Schöpferin des Lebens. Hierbei steht Mutter-sein nicht bloß für die biologische Rolle der Frau, sondern auch im Sinne von Schaffen. Dies kannst Kunst, Musik und Literatur sein. Das Weitergeben von Wissen, als Ratgeberin, Lehrerin und Managerin. Schöpfung kann das Verwirklichen einer Idee oder eines Projektes sein. ich erkenne den Mutter Aspekt der Göttin in mir und meinen Bemühungen, Sinarian Wicca in Österreich zu etablieren, es Menschen zugänglich zu machen und andere zu unterrichten und lehren. Schöpfung bedeutet im Wicca nicht bloß biologische, sondern auch geistige und beide sind sich gleichwertig. Als Mutter ist die Göttin eine Beziehung und Partnerschaft mit dem Gott eingegangen und beide haben erkannt, dass sie sich gegenseitig ergänzen und unterstützen. Für uns Menschen kann das nicht nur das Finden eines Partners bedeuten, sondern auch die Göttin und den Gott in uns in Einklang und Gleichgewicht zu bringen. Dann können wir das wahre Potential ausschöpfen.

Im Wicca wird als dritter Aspekt die Göttin als weise Frau oder weise Alte verehrt. Im Englischen wird das Wort Crone verwendet. In der weisen Frau sind die Erfahrungen der Jungfrau und Mutter integriert und sie hat Weisheit erlangt. Sie fungiert nun vor allem als Lehrerin und Ratgeberin der jüngeren Generationen und wird hochgeschätzt. Aber auch der Aspekt der Schöpferin, den sie als Mutter verkörperte ändert sich nun in den geheimnisvollen Aspekt des Todes. Fast alle Menschen haben Angst zu sterben. Ich bin da keine Ausnahme. Doch wird uns die Göttin als weise Frau immer begleiten und wenn wir eines Tages sterben werden wir mit ihr und mit dem Gott vollkommen wiedervereint werden. Dies ist ein Gefühl das sich wahrscheinlich nicht mit Worten beschreiben lässt und ich denke die größte Angst vorm Sterben liegt in eventuellen Schmerzen oder weil man geliebte Menschen mit dem physischen Körper verlässt. Doch sind wir mit unseren Seelen auf immer und ewig miteinander verbunden und die Göttin begleitet uns. Irgendwann werden wir dann wiedergeboren werden, in welcher Existenzform und an welchem Platz des Universums auch immer und wir werden von neuem lernen und spielen dürfen, den nichts anderes ist das Leben. Das Leben ist ein Geschenk mit dem wir achtbar umgehen sollten.

Dies sind die drei Aspekte der Göttin im Sinarian Wicca. Auch wenn wir meist vor allem mit einem Aspekt besonders eng verknüpft sind, so steht uns die Göttin in Ihrer Gesamtheit immer zur Seite. Ich danke ihr jeden Tag dafür und ich sehe sie als meine Geliebte, als Freundin, als Mutter und als weise Ratgeberin. In einem der nächsten Artikel werde ich dann vor allem auf den Gott genauer eingehen und über seine Bedeutung in unserem Leben erzählen.

Zum Schluss habe ich noch eine Bitte an euch. Wenn ihr meine Artikel mögt würde es mich freuen, wenn ihr euch überlegt Wicca in Österreich zu unterstützen, damit es als offizielle Religion anerkannt wird. Ihr könnt dies tun, indem ihr dem Verein beitretet, mitwirkt und von mir lernt oder eine freiwillige Spende entrichtet. Ein Beitrittsformular findet ihr unter der Rubrik „Kontakt“.

Ich schenke euch den Segen der Göttin.

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